Gedenkstättenfahrt 2015

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Nach unserer Ankunft am Montagnachmittag in der Jugendbegegnungsstätte haben wir uns einen Spielfilm namens „Am Ende kommen Touristen“ angeschaut, um einen  ersten Eindruck zu gewinnen.

Am Dienstagmorgen sind wir zum „Stammlager“ – Auschwitz I gewandert. Dort haben wir einen vierstündigen Rundgang durch das Museum gemacht. Zu Beginn des Rundgangs schritten wir durch das Tor mit dem bekannten zynischen Schriftzug „Arbeit macht frei“. Wir haben erfahren, welche schrecklichen Dinge den Inhaftierten angetan wurden. In einem Gebäude waren ehemalige Besitztümer der ausgeraubten Häftlinge ausgestellt, z.B. Berge von Schuhen, Koffern und Geschirr sowie andere Alltagsgegenstände. Sogar die Haare der Häftlinge, welche noch als zu vermarktendes „Produkt“ verwertet werden sollten. Zum Ende unserer Führung sahen wir die Rekonstruktion der Gaskammer des Stammlagers.

Am späten Nachmittag haben wir die Stadt Oświęcim und deren wichtigste Orte besichtigt. War Oświęcim einmal eine Stadt, in der mehrheitlich Bürger jüdischen Glaubens lebten, so findet sich heute nur noch eine einzige aktive Synagoge in der Stadt, welche ausschließlich von Gästen, vor allem aus den USA, genutzt wird. Dort sahen wir uns an, wie ein jüdisches Gotteshaus aufgebaut ist und besuchten eine Ausstellung über jüdisches Leben in Oświęcim vor dem Holocaust.

Mittwochmorgen sind wir mit einem Bus zum ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau gefahren. Dort hatten wir ebenfalls eine vierstündige Führung, während der wir uns mehrere Baracken ansahen, in welchen die Lagerinsassen hausen mussten. Auch Kinderbaracken waren darunter. Es wurde deutlich, dass dort unmenschliche Bedingungen herrschten, insbesondere beim Anblick der sanitären Einrichtungen, welche die Häftlinge nur ein einziges Mal pro Tag aufsuchen durften. Besonders zynisch erschienen uns dabei die Sprüche, mit denen die Baracken versehen waren. Hier wurden die Lagerinsassen unter anderem zur Hygiene aufgerufen.

In Birkenau konnten wir die Überreste der von den Nazis kurz vor der Befreiung des Lagers zerstörten Krematorien und Gaskammern sehen.

Am Ende der „berühmten“ Rampe waren Gedenktafeln für die Opfer des Vernichtungslagers in 16 verschiedenen Sprachen aufgestellt, den Sprachen der Menschen, die von den Nazis an diesen Ort verschleppt und ermordet wurden. Hier nahmen auch wir uns Zeit, den Opfern des Holocausts zu gedenken.

Während unseres Besuchs mussten wir leider feststellen, dass die Gedenkstätte heute von einigen Besuchern mutwillig zerstört und verdreckt wird, ein Umstand, der unsere Gruppe sehr verärgerte.

Dies zeigt, dass es leider manchen Menschen nicht gelingt, die notwendigen Lehren aus dem Besuch dieses Ortes zu ziehen. Unser Guide in der Gedenkstätte machte uns auf die Worte des spanischen Philosophen Georg Santayana aufmerksam, welche Sinn und Zweck so einer Gedenkstättenfahrt gut zusammenfassen: „Wer sich nicht seiner Vergangenheit erinnert, ist verurteilt, sie zu wiederholen.“ Dieser Satz ist auch im Auschwitz-Museum zu lesen.

Am letzten Tag unserer Reise hatten wir die Gelegenheit, bei einem Besuch der schönen Stadt Krakau, das moderne Polen kennenzulernen.

Pia Bahlmann, Aleksander Gerner, Vincent Klietz, Michelle Koppehl, Jeremias Meiß und Mert Sarikaya

Klasse 1022